Auf meinen Einsteiger-Seminaren für professionelles Werbetexten werde ich oft gefragt, ob es so etwas wie eine standardisierte Vorgehensweise, ein bestimmtes Strickmuster oder eine bewährte Methode für das Schreiben eines Werbetextes gibt. Meine Antwort: Ja, gibt es – und wahrscheinlich sogar ganz viele verschiedene. Jeder Werbetexter wird wohl seine eigene Systematik haben, nach der er vorgeht. Gerne erzähle ich Ihnen, wie ich das mache. Bei mir lässt sich der Prozess des Textens in 4 Schritte zerlegen.

 

Schritt 1: Die Recherche

Eigentlich logisch: Ich kann nur über ein Produkt kompetent und vor allem verkaufsfördernd schreiben, wenn ich es in Gänze verstanden habe. Das alleine reicht aber noch nicht. Ich muss auch den Markt und die Konkurrenzprodukte kennen. Und natürlich muss ich so viel wie möglich über die potenziellen Kunden herausfinden: Was sind das für Leute, was machen die den ganzen Tag, was für Sorgen und Wünsche haben sie und wie kann das Produkt, für das ich einen Werbetext schreibe, ihnen helfen? Hört sich anstrengend und nach viel Arbeit an, und das ist es auch. Den Recherche-Anteil am gesamt Aufwand für einen Werbetext würde ich daher auch auf ca. 60 bis 80 % schätzen.

 

Schritt 2: Das Nachdenken

Dieser Prozess beginnt bereits während der Recherche: Ich versuche, die gewonnenen Informationen in meinem Kopf zu verarbeiten, aus Produkteigenschaften Vorteile abzuleiten, eine Dramaturgie des Textes zu entwerfen, einen Einstieg zu formulieren und so weiter. Idealerweise habe ich nach Abschluss der Recherche noch ein paar Tage Luft, um weiter nachzudenken. Das Schöne daran: Dieser Prozess läuft quasi nebenher. Während des Spazierengehens, beim Kochen, bei der Bahnfahrt, ja sogar beim Videospielen jongliere ich parallel mit Gedanken und Informationen und forme sie zu Textblöcken, Überschriften und Bildern.

 

Schritt 3: Das Schreiben

Ab jetzt wird es relativ einfach. Das grobe Gerüst des Textes ist fertig in meinem Hirn, jetzt muss ich alles nur noch aufschreiben und mit Inhalten füllen. Wenn ich genug Zeit in die Schritte 1 und 2 investiert habe, dann ist Schritt 3 wirklich schnell erledigt. Dann merke ich auch gar nicht, wie die Zeit vergeht, die Worte fließen aus mir heraus und der Text nimmt Gestalt an.

 

Schritt 4: Das Überarbeiten

Idealerweise lasse ich den Text nach Schritt 3 noch eine Nacht liegen. Das hilft, um Abstand zu gewinnen und das Geschriebene am nächsten Tag mit frischer Energie kritisch zu prüfen. In dieser Phase feile ich dann noch an einzelnen Absätzen und Wörtern, ich fette oder unterstreiche wichtige Teile, füge gegebenenfalls Zwischenüberschriften ein und checke die Rechtschreibung. Und erst, wenn ich zu 100% vom Ergebnis überzeugt bin, schicke ich den Text an meinen Auftraggeber.

Das also ist meine ganz persönliche Vorgehensweise. Wenn Sie sich selbst mal am Werbetexten versuchen wollen, lade ich Sie herzlich ein, diese 4 Schritte auszuprobieren – vielleicht ist das ja auch für Sie ein guter Weg. Und wenn eine andere Vorgehensweise für Sie besser funktioniert, dann würde ich mich freuen, wenn Sie Ihre Erfahrung mit mir teilen.

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